Ein Wochenende mit … Endless Space

Endless Space

So langsam scheint sich da ein Trend bei den Indie-Entwicklern abzuzeichnen, denn mit Endless Space kommt schon das nächste Spiel heraus, welches schon wärend der Alpha-Phase in den Verkauf gelangt. Offiziell soll das Spiel erst im Sommer 2012 fertig sein, doch bis dahin, darf man sich bereits in den endlosen Weiten tummeln.

Endless Space ist ein typischer Ableger des 4X-Strategie-Genres. 4X steht dabei für explore, expand, exploit und exterminate, was so viel bedeutet wie Erforschen, Ausbreiten, Ausbeuten und Ausrotten. Dies beschreibt dann auch schon ganz gut, worum es sich in Endless Space dreht. Ihr baut euer Sternenimperium auf, sorgt dafür, dass ihr ein möglichst großes Territorium aufbaut, beutet die Ressourcen der Planeten in eurer Reichweite aus und vernichtet eure Feinde.

Konzeptzeichnung einer Raumschlacht

Konzeptzeichnung einer Raumschlacht

Wer früher gerne Spiele wie Master of Orion gespielt hat, wird sich hier schnell wohl fühlen. Das dezente Interface tut dabei sein übriges, denn es ist niemals überfrachtet, bringt euch schnell auf den neusten Stand und ist erstaunlich gut durchdacht. So fällt auch der erste Start leicht, denn durch eine kurze Erklärung zu jeder Menü-Tafel in Form von Bild und Text wird verdeutlicht, was an dieser Stelle zu tun ist. All zu schwer ist es aber auch nicht, wenn man dieses Tutorial deaktiviert. Wer ein wenig Erfahrung mitbringt, sollte sich auch so recht schnell zurecht finden.

Planetarer Aufbau

Planetarer Aufbau

Dann kann es auch schon losgehen mit der Eroberung des Weltalls. Zu Beginn haben wir, wie es im Genre typisch ist, gerade einmal ein einziges Sternensystem unter unserer Kontrolle, sowie einen bewohnten Planeten. Diesem Planeten sollten wir zuerst mal unsere volle Aufmerksamkeit widmen. Um die beiden Schiffe – ein Erkunder und ein Kolonieschiff – kümmern wir uns später. Erst einmal gilt es, ein Ausbeuteschema auszuwählen. Dabei haben wir immer die wahl zwischen Nahrung, Industrieproduktion, Geld – hier Dust genannt – und Forschungskapazität. Je nachdem, in welche Richtung wir uns bewegen wollen, sollten wir uns für eines dieser vier Bereiche entscheiden. Zu beachten ist dabei nur, dass je nach Planetentyp die Schemata unterschiedliche Auswirkungen haben.

Erste Schritte

Erste Schritte

Ist dies getan, schauen wir einmal im Forschungsmenü vorbei. Hier können wir uns dann für eine Forschung entscheiden. Die erforschbaren Technologien sind dabei in vier Gruppen unterteilt und verzweigen sich untereinander, so dass man bestimmte Forschungen erst erledigen muss, um weiterführende Technologien zu erhalten.

Das Forschungsmenü

Das Forschungsmenü

Als nächstes rekrutieren wir uns einen Helden. Diese dürfen wir einer Flotte oder einem Sternensystem zuweisen. Sie sorgen etwa dafür, dass z.B. auf einem Planeten die Produktionsrate höher ausfällt, oder wir erhalten einen Kommandanten für eine unserer Flotten, damit diese im Gefecht, sei es im Angriff oder in der Defensive, deutlich bessere Chancen hat. Gesammelte Erfahrungspunkte können dann später gegen neue Fähigkeiten getauscht werden, die unseren Helden noch weiter verbessern.

Die erste Runde ist geschafft, doch es werden noch mehrere hundert, wenn nicht sogar tausende Runden auf uns warten. Je nachdem, was wir uns für ein Ziel oder Ziele ausgesucht haben, kann ein Spiel auch mal mehrere Stunden dauern. Deshalb wird man auch schnell feststellen, dass dieses Spiel, wie man es auch von anderen rundenbasierten Spielen kennt, dafür sorgt, dass man nicht mal nur eben ein paar Runden spielt, sondern am Ende doch wieder deutlich überzogen hat. Wer also nur mal eben kurz ein wenig spielen will, sollte sich bewusst machen, dass dies gar nicht so einfach ist.

Die Imperiumsübersicht

Die Imperiumsübersicht

Sind die ersten Runden überstanden, sollte man bereits den lokalen Bereich erkundet haben. Eine erste Kolonie, sollte dann auch schon stehen. Ob ein System kolonisierbare Planeten besitzt, erkennt man an einem oder mehreren weißen Punkten auf der Galaxie-Karte. Sucht euch auch am besten eine Welt, die recht nah, an eurem Startpunkt liegt. So habt ihr im Notfall schneller Verstärkung dorthin geschickt und die im Laufe der Zeit wachsenden Einflussbereiche können sich schneller überlappen und somit euer Territorium besser abgrenzen.

Ein Sternensystem mit diversen Planeten

Ein Sternensystem mit diversen Planeten

Die Übersichtskarte des Spiels ist schlicht gehalten, beinhaltet dabei jedoch alle relevanten Informationen für euch. Ihr seht die Sprungverbindungen zwischen den Sternen oder auch die Wurmlochverbindungen – erkennbar an den wie Nebel wabernden Verbindungslinien. Ins Detail geht es dabei erst, wenn ihr die ersten Weltraumschlachten absolvieren müsst. Meist sind es Piraten, die euch einen ersten Kampf bescheren, doch im späteren Spiel, werdet ihr sicherlich auch in den ein oder anderen Krieg mit feindlichen Imperien gezogen. Spätestens dann sollte eure Flotte schlagkräftig genug sein, um den Gegner in die Schranken zu weisen.

Die Galaxiekarte

Die Galaxiekarte

Um dies zu erreichen, müsst ihr euch aber erst einmal neue Schiffe konstruieren. Zu Spielbeginn könnt ihr nämlich nur drei verschiedene Schiffe bauen, den Erkunden, den Verteidiger und das Kolonieschiff. Doch das ist kein Problem. Im Flottenmenü könnt ihr euch eure eigenen Schiffe zusammenstellen. Dabei wählt ihr einen Hüllentyp aus, welcher dann mit den benötigten Technologien ausgerüstet werden kann. Begrenzt seid ihr dabei nur, durch das Maximalgewicht, welches durch die Schiffshülle vorgegeben wird und durch die benötigten Ressourcen, die ihr für den späteren Bau besitzen müsst. Habt ihr dies erledigt und der Schiffsklasse einen Namen verpasst, dürft ihr ab sofort in euren Systemen das neue Schiff bauen.

Da sich eure Technologie im Laufe der Zeit auch verbessert, könnt ihr bestehende Schiffsklassen später anpassen. Dies könnt ihr entweder manuell erledigen und selbst wählen, womit die neue Inkarnation eurer Schiffsklasse ausgerüstet sein soll, oder ihr lasst dies automatisch erledigen und das System führt selbstständig das Upgrade aus. Nach dieser Verbesserungsaktion kann aber nur noch die neuste Version gebaut werden, welche dann natürlich auch mit höheren Kosten verbunden ist. Wer das nicht möchte, sollte vielleicht eher eine zweite, unabhängige Version erschaffen, welche mit den neusten Technologien ausgerüstet ist und behält so eine kostengünstigere, aber schwächere Version im Schiffsbaumenü.

Kommt es im Spiel zum Kampf, läuft dies immer nach dem gleichen Schema ab. Die beiden Kontrahenten starten mit jeweils einer Flotte in den Kampf. Während der Annäherungsphase hat man Zeit, sich für einen Angriffsmodus in der ersten Phase des Kampfes im Langstreckenbereich zu entscheiden. Dabei habt ihr die Wahl zwischen diversen Modi, die euch einen Vorteil bringen können. Jeder Modus hat dabei die Chance, den Angriffsmodus des Gegners zu blockieren. Natürlich kann dies auch dazu führen, dass man selbst geblockt wird oder beiden Parteien wird ein Vorteil zugesprochen. Zu den Vorteilen, zählt unter anderem eine kurzfristige Schiffsreparatur, stärkere Offensiv- und Defensivwaffen, sowie eine Verbesserung von Schilden und Panzerung. Auch der Gegner kann durch einen Angriffsmodus in Mitleidenschaft gezogen werden, wodurch dieser beispielsweise eine geringere Chance hat, unsere Angriffe abzuwehren oder seine Trefferquote sinkt. Wer also clever wählt, hat auch mit einer weniger schlagkräftigen Flotte die Möglichkeit, siegreich aus der Schlacht hervor zu gehen.

Raumflotte im Anflug

Raumflotte im Anflug

Insgesamt gibt es fünf Phasen, die während eines Kampfes durchlaufen werden. Die vorhin beschriebenen Annäherungsphase, die Langstreckenphase, die Mittelstreckenphase und die Nahkampfphase. Zum Schluss gibt es noch einen Report, der euch nochmals die überlebenden Schiffe zeigt. Dabei gibt es drei Möglichkeiten, was ihr zu sehen bekommt. Entweder gewinnt ihr die Schlacht, ihr verliert sie, oder es kommt zu einem Unentschieden. Dies wird dann erreicht, wenn nach Ablauf der Zeit auf beiden Seiten noch Schiffe vorhanden sind. In letzterem Fall, kann eine Schlacht dann in der nächsten Runde wiederholt werden.

Fast am Ziel

Fast am Ziel

Ihr fragt euch nun sicherlich, welchen Einfluss ein Flottenkommandant – also einer eurer Helden – auf den Ausgang eines Kampfes hat. Dies ist schnell erklärt. Durch einen Helden habt ihr, je nachdem welche Fähigkeiten dieser besitzt, bessere Chancen im Kampf. Aber auch die Auswahl der Angriffsmodi steigt durch euren Helden an. Kurzum, durch einen Helden an Bord, ist eure Flotte nochmals deutlich gefährlicher geworden und es ist umso wahrscheinlicher, dass ihr einen Raumkampf erfolgreich abschließen könnt.

Mittlerweile solltet ihr bemerkt haben, dass dieses Spiel das Potential hat, euch über mehrere Stunden, ja sogar Tage bei Laune zu halten. Wenn man dann noch bedenkt, dass sich das Spiel noch in einer späten Alpha-Phase befindet, ist dies umso erstaunlicher. Wer also gelegentlich etwas Zeit übrig hat und sich von diesem noch nicht ganz fertigen Status nicht abschrenken lässt, der sollte vielleicht einmal einen Blick auf Endless Space werfen. Erleichtern sollte die Entscheidung dabei auch der Preis, der derzeit um 25% niedriger liegt, als das spätere, fertige Spiel kosten wird. Selbstverständlich sind auch alle Updates kostenlos, ihr müsst also nicht befürchten, dass ihr zum Release nochmal nachzahlen müsst. Derzeit ist das Spiel jedoch nur in Englisch verfügbar, doch laut den Entwicklern wird es zum Release eine Lokalisierung in deutscher Sprache geben. Im schlimmsten Fall müsst ihr also dann euer Spiel einmal deinstallieren und erneut aufspielen. Erhältlich ist die Alpha-Version derzeit nur über Steam, eine spätere Veröffentlichung im Einzelhandel oder auf anderen Portalen wie GOG.com und anderen ist nicht ausgeschlossen.

Für Neueinsteiger mit nur grundlegenden Englischkentnissen haben wir uns hier die Mühe gemacht und extra alle Tutorialtexte ins Deutsche übersetzt. Schaut also mal vorbei bei unserem Artikel Endless Space: Alpha-Tutorial auf Deutsch.

Endless Space Galaktarium Dieser Artikel ist Teil des Endless Space Galaktariums. Dort findet ihr noch mehr Tipps, Tricks und Anregungen zu Endless Space.

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Tobias

Spielt vornehmlich Strategiespiele - egal ob Echtzeit- oder Aufbaustrategie. Macht jedoch auch vor Action- und Rollenspielen nicht halt.

1 Kommentar Kommentar schreiben

  1. Garethius #

    Hallo Tobias,

    Ich kann dir nur zustimmen. Das Spiel ist trotz alpha Status definitiv schon einen Blick wert, auch wenn noch an der Balance geschraubt werden muss.

    Ich wuerde auch noch die sehr gute KI erwaehnen, die sich (scheinbar ohne zu „schummeln“) sehr gut an veraenderte Situationen anpasst, was dazu fuehrt, dass man als Spieler ueberdachter und flexibler handeln muss, als dies im allgemeinen bei 4X Spielen ueblich ist.

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