Weltraumsiedler – Birth of the Federation im Classic Test

Im Laufe der Zeit sind schon viele Star Trek Spiele erschienen. Einige waren dabei erfolgreich – so wie Star Trek: Voyager – Elite Force – oder sie sind eher grandios gescheitert, wie Star Trek: Legacy oder Star Trek: New Worlds. Eines der wenigen richtig erfolgreichen Ableger dieser Spielegattung war Birth of the Federation, welches auch gerne als Civilization im Weltraum bezeichnet wird.

In dem rundenbasierten Strategiespiel entscheidet man sich zu Beginn für eines von fünf Völkern – Föderation, Klingonen, Cardassianer, Ferengi oder Romulaner – und muss mit diesen sein eigenes Imperium gründen und gegen die anderen Fraktionen bestehen. Jedes dieser Völker hat dabei eigene Stärken aber auch Schwächen.

  • Die Föderation ist Geschickt im Umgang mit fremden Völkern, braucht bei Diplomatie deshalb weniger auf Bestechungsgelder zu setzen. Auch im Bereich Forschung sind sie führend. Ihre technologische Stärke ist ein sehr starker Schutzschild, weshalb sich ihre Schiffe gut zum Verteidigen eignen.
  • Die Klingonen sind ein kriegerisches Volk und deshalb ist es sinnvoll immer irgendwo einen Krieg zu führen. Ihre Schiffe besitzen besonders gute Waffen und diesen Vorteil sollte man im Krieg mit anderen Rassen oder Imperien auch immer richtig nutzen.
  • Die Cardassianer besitzen mit die schwächsten Schiffe im Spiel, die jedoch einiges durch eine gute Hüllenpanzerung und ordentliche Strahlenwaffen wett machen. Ihr großer Vorteil liegt jedoch im Bereich des sehr guten Geheimdienstes und einer überaus loyalen Bevölkerung. Eroberte Gebiete sind deshalb schnell unter der eigenen Kontrolle.
  • Die Ferengi sind Spezialisten im Handeln. Ihre Wirtschaft wirft ordentlich Profit ab, was ganz im Sinne eines Ferengi sein dürfte. Mit diesem Geld kann man deutlich größere Flotten unterhalten, als dies bei den anderen Völkern möglich ist. Ein Ferengi-Raumschiff alleine ist dafür aber relativ schwach und ist schnell zerstört, nur zusammen sind die Ferengi eine ernste Bedrohung.
  • Die Romulaner stellen die letzte Fraktion im Spiel dar. Sie besitzen genauso wie die Cardassianer einen sehr guten Geheimdienst. Ein Vorteil für ihre Schiffe ist die Tarnvorrichtung. Dadurch können sie einen Kampf zuerst beginnen und bei entsprechender Flottenstärke schnell die Oberhand gewinnen.

Je nachdem, mit welchen Startvoraussetzungen man beginnt, hat man unterschiedliche Startbedingungen. Auf der niedrigsten Stufe beginnt man mit dem eigenen Heimatplaneten und erhält für den Einstieg einen Erkunder und ein Kolonieschiff. Dadurch kann man sich erst einmal in der näheren Umgebung umsehen und eine erste Kolonie gründen. Wobei man meist vorher noch mit dem Kolonieschiff einen oder mehrere Planeten terraformen muss, damit er überhaupt als Bewohnbar eingestuft wird. Ist dies getan, können die Siedler auf die Planeten gelassen werden und das System gehört von nun an zum eigenen Imperium.

Galaxiekarte mit ersten Kolonien

Bauliste

Die eigenen Planeten sollte man immer weiter ausbauen. Ihnen weitere Produktionsgebäude spendieren, eine Flottenwerft errichten und ihre Verteidigung ausbauen. Nur so haben die Systeme im Kriegsfall auch eine Chance zu überleben und sich gegen feindliche Invasoren zu behaupten.

Im Spiel trifft man neben den großen Imperien auch auf diverse kleinere Rassen. Dazu zählen z.B. die Vulkanier oder die Trill. Jedes dieser Spezies bringt eigene Vorteile mit sich. Sei es eine Verbesserung für die Schiffsantriebe um eine höhere Reichweite zu bekommen, oder manche Spezies ist besonders begabt, wenn es um Forschung geht. Diese Vorteile kann man jedoch erst nutzen, nachdem man sich mit diesen Spezies angefreundet hat und sie letztendlich zum Anschluss an das eigene Imperium bewegen konnte. Je nachdem welchen Entwicklungsstand eines dieser Systeme hat, muss man jedoch manchmal noch einiges an Ressourcen für den Ausbau ausgeben. Lohnenswert ist dies jedoch eigentlich immer.

Erstkontakt

Diplomatie

Sowohl mit diesen kleinen Spezies als auch den anderen Imperien kann man in diplomatischen Kontakt treten. Dies kann vom einfachen Freundschaftsabkommen bis zum Bündnis führen. Wer sich mit anderen Imperien verbündet kann dadurch deutlich schneller an seine Ziele kommen und muss diese zumindest für einige Zeit nicht mehr so stark im Auge behalten.

Um die eigenen Schiffe und Sternensysteme zu verbessern, wird Forschung betrieben. Diese ermöglicht es in verschiedenste Bereiche zu investieren. Seien es Antrieb, Waffen oder andere Kategorien. Unterschiedliche Technologien benötigen unterschiedliche Stufen in der Forschung, jedoch sollte man niemals eine Kategorie völlig außer acht lassen, da sie im Endeffekt alle benötigt werden. Durch gute und schnelle Forschung kann man sich schnell einen technologischen Vorsprung erarbeiten und den anderen Imperien somit überlegen sein. Einen großen Vorteil hat hier die Föderation, die ihre Forschungsressourcen sehr effektiv einsetzt und somit schneller an neue Techniken kommt.

Forschung

Geheimdienst

Wer gerne hinterlistig gegen seine Feinde vorgehen möchte, für den eignet sich der Einsatz eines Geheimdienstes. Durch Sabotage kann man anderen Imperien schaden. Sei es in der Forschung oder auch durch die Zerstörung wichtiger Einrichtungen und Gebäude. Doch es ist Vorsicht geboten. Der Gegner fällt nicht immer darauf herein, dass man ihm vorgaukeln möchte, dass diese Aktionen von einem anderen Imperium kamen. Durch zu viele Aktionen und einen zu schwachen Geheimdienst kann man schnell bei anderen in Ungnade fallen und riskiert im schlimmsten Fall einen offenen Krieg. Wer mit den Cardassianern oder Romulanern spielt hat hier gute Karten, denn diese haben schon von vornherein einen guten Geheimdienst und sind deshalb deutlich schwerer zu enttarnen.

Galaxiekarte mit Handelsrouten

Dadurch, dass sich ein Spiel auf sehr unterschiedliche Weisen gewinnen lässt, sind auch viele verschiedene Taktiken möglich. Während jemand gerne durch starke Expansion an Einfluss gewinnen möchte, ist ein anderer eher an Handel und dem daraus resultierenden Geldstrom interessiert. Der Krieger wird sich schnell ins Kampfgeschehen stürzen und wer gerne aus dem Hintergrund agiert, wird mit den Möglichkeiten des Geheimdienstes seine Freude haben.

Die Eingewöhnungszeit für das Spiel dauert nicht sehr lange, was auch durch die recht wenigen Menüs deutlich erleichtert wird. Man hat halt nicht die Tiefe an Möglichkeiten zum Mikromanagement, wie man es aus anderen Spielen her kennt, doch das tut dem Spielspaß keinen Abbruch. Auch so kann das Spiel einen schnell in seinen Bann ziehen und wenn erst einmal ein wenig gespielt wurde, fällt einem auch hier auf, dass man darüber nachdenkt, doch nur noch eine Runde zu spielen und am Ende dann doch Dutzende vergangen sind.

Galaxiekarte im späteren Spielverlauf

Die fünf Imperien spielen sich dabei zwar alle Ähnlich und sind von der Bedienung her recht schnell zu meistern, doch sie alle unterscheiden sich nicht nur im Benutzerinterface, auch durch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten sollte man sich jedes Imperium mindestens 1-2 mal genauer anschauen. Spaß hat man auf jeden Fall mit jedem der oben erwähnten Völker.

Erfreulicherweise läuft das Spiel auch noch unter Windows 7 und auch die 64-bit Version scheint damit kein Problem zu haben. Bei einem Spiel dieses Alters ist das nicht unbedingt selbstverständlich. Trekcore.com bietet einen angepassten, also unoffiziellen Patch an, welchen ihr euch am besten ab Windows XP auch installieren solltet.

Wer das Spiel nicht besitzt, findet sicherlich bei eBay oder Amazon noch das ein oder andere Exemplar. Mit etwas Glück vielleicht auch noch ein original verpacktes Exemplar. Wer rundenbasierte Strategiespiele mag, der sollte also auf jeden Fall mal die Augen offen halten. Für Birth of the Federation lohnt es sich wirklich!

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Tobias

Spielt vornehmlich Strategiespiele - egal ob Echtzeit- oder Aufbaustrategie. Macht jedoch auch vor Action- und Rollenspielen nicht halt.

3 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Phoenics #

    Hallo.

    Birth of the Federation (kurz: BOTF) ist auch heute noch Spass. Wem allerdings die Runden zu kurz sind, dem kann ich Modifikationen empfehlen (zum Glück war die Modder-Szene für BOTF sehr aktiv). Beispielsweise ist die Ultimate Dominion Mod III (kurz UDM) sehr, sehr zu empfehlen. Beispielsweise hat UDM größe Karten, mehr und verschiedene Schiffe, neue Spezies und besonders das Dominion als neuen, sehr mächtigen Gegner … ect. pp.

    Beste Grüße

    Phoenics

    • Bisher habe ich Mods für das Spiel noch nicht vermisst. Aber vielleicht probiere ich das irgendwann einmal aus. Wie sieht es denn mit Balancing aus? Ich hoffe doch, dass die Mods das nicht zu sehr durcheinanderwirbeln.

      • Phoenics #

        Dann dürfte dir die Seite: http://www.armadafleetcommand.com/botf/ für das doch betagte BOTF gefallen. Vorsicht aber: Englisch sprachig. 😉 Bzgl. UDM: Das Balacing ist in Ordnung. Allerdings muss man sich im klaren sein, das das Dominion sehr günstig Schiffe bauen kann und schnell sehr groß wird. Als Cardassianer sollte man sich also mit dem Dominion „gut stellen“… 🙂 Als Fed, Kling oder Rom ist es eine Herausforderung, dem Dominion „Halt“ zu gebieten. Aber wenn dir (oder mancher Leser) mehr Balanced-Games gefallen, dann wäre „Balance of Power“-Mod (kurz: BoP) auch ein Blick wert.

        Zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen: Ich wünsche viele vergnügliche Stunden. 😉

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