Sechs Wochen Anno 1404 „Venedig“ – Ein Reisebericht

Vor sechs Wochen stand das umfangreiche AddOn zu Anno 1404 im Regal: „Venedig“. Als begeisterter Anno-Fan für mich Grund genug für euch erneut eine Kreuzfahrt durch die Anno 1404 Welt zu machen und von den Sehenswürdigkeiten zu berichten.

Neue Inseln

Unsere Siteseeing-Tour führt uns über neue Inseltypen mit teilweise enorm viel Bauplatz für unsere Anno-Baumeister. Im Süden der Inselwelt freuen sich diese ab sofort über immergrüne Inseln – hier benötigt man keine Norias mehr, um den Boden fruchtbar zu machen. Im folgenden Screenshot eine große grüne Südinsel mit einer aufstrebenden orientalischen Stadt – das Bild deckt etwa ein Sechstel der Insel ab.

Hinweis: im Bild ist eine kleine Noria versteckt – diese macht den Strand der immergrünen Insel zusätzlich fruchtbar, ist aber eigentlich nicht nötig.

Wo wir grade beim Thema „fruchtbar“ sind: ebenfalls neu im Programm ist eine Vulkaninsel. Der Boden hier ist vom Start an mit den selteneren Fruchtbarkeiten in der Anno-Inselwelt bestückt (zum Beispiel Kräuter), und dank neuer Items im AddOn bieten die zahlreichen Minen der Vulkaninsel Zugang zu unendlichen Vorkommen für Bergwerke. Natürlich hat dieser Reichtum auch einen entscheidenden Nachteil: der Vulkan kann von Zeit zu Zeit aktiv werden, und zufallsbasiert sogar ausbrechen. Ein Vulkanausbruch hat natürlich relativ endgültige Konsequenzen für die umliegenden Bebauungen. Risikobereite Gesellen werden sich davon aber nicht abhalten lassen, und gegebenenfalls nach der Vernichtung der Kolonie dort einen Wiederaufbau wagen, oder das Feld für die Konkurrenz offen lassen. Im zweiten Screenshot seht ihr einen aktiven Vulkan, der glücklicherweise dieses mal nicht ausgebrochen ist.

Venedig

Mit Venedig tritt eine dritte Neutrale Fraktion neben Lord Northburgh und Großwesir Al Zahir ins Spiel: ab sofort darf man auch in der grafisch gelungenen Hafenstadt Venedig mit Signor Garibaldi handeln.

Im Sortiment seines Kontors führt Garibaldi eine Mischung aus okzidentalen und orientalischen Waren. Hier sind auch die neuen Items zum Abbau der Minen auf der Vulkaninsel im Tausch für Ruhm zu erstehen. Auch der Venezianer steuert mit seinen Kaufmannskoggen regelmäßig die Kontore aller Inseln an, um dort zu handeln.

Neue Schiffstypen

Koggen ? Ja, denn das AddOn bringt einen neuen Schiffstyp mit, der unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich in den okzidentalen Werften gebaut werden darf. Bei genauerer Betrachtung stellen die Koggen eine gelungene Mischung aus den bisherigen Schiffstypen heraus: sie haben eine große Ladekapazität und fahren ziemlich zügig über die Meere. Die große Kaufmannskogge hat sogar eine relativ gute Bewaffnung mit an Bord, um die wertvolle Ladung zu schützen.

Die Vogtei

Es gibt allerdings nicht nur neue Schiffe – es gibt auch neue Gebäude:
mit der Vogtei zieht ein Inselwirksames Gebäude ins Spiel, welches mit seinem Bau die Produktionskosten für Waren auf dieser Insel senkt. Nebenbei ist die Vogtei eine gute Anlaufstelle für Statistiker, denn hier erhält man einen Überblick über die auf dieser Insel vorhandenen Gebäude.

Das Geheimkabinett

Das Geheimkabinett ist die Basis für das neue Feature Spionage. Hiermit könnt ihr eurem Gegner nicht nur ausspionieren, sondern auch unangenehme Probleme bereiten: ein Brand im Herzen der aufstrebenden Metropole macht einigen Baumeistern ziemliche Probleme… Aber Vorsicht: der Gegner darf dieses Feature fairerweise natürlich auch benutzen. Wenn man das Geheimkabinett innerhalb der eigenen Siedlungen baut ist es auch ein direktes Gegenmittel für die gegnerischen Spionageaktionen und kann vom Gegner infiltrierte Gebäude im Radius ausheben. Das Kabinett selbst kann mittels Mausklick getarnt werden, so dass es der Gegner nicht von euren anderen Gebäuden unterscheiden kann. Um den „Schutzbereich“ zu vergrößern kann man auch mehrere Kabinette in der Stadt verteilen.

Die Ratsversammlung

Das Feature „Ratsversammlung“ kommt ohne neues Gebäude aus – hiermit ist es möglich auf allen Inseln Sitze im Rat zu erkaufen und sogar gegnerische Inseln ohne den Einsatz des Militärs zu übernehmen.

Von den jeweils fünf verfügbaren Sitzen gehören dem Gründer der Kolonie standardmäßig nur ein Sitz – die weiteren vier Sitze können von ihm und auch jedem Gegner aufgekauft werden. Sollte ein Gegner die Mehrheit im Rat einer Kolonie erworben haben, kann er für einen gewissen Preis den Stadtschlüssel dieser Kolonie erwerben – diese Kolonie gehört dann ab sofort inklusive aller Gebäude und eingelagerten Waren ihm. Der Preis der Ratssitze ist unter Anderem auch abhängig vom Prunk der Insel – hier kommen die Zierobjekte, die zum Bau zur Verfügung stehen, erstmals auch Spieltechnisch zum Zug.

Um sich vor diesem Feature zu schützen, wenn es aktiviert ist, hilft nur selbst möglichst früh mindestens zwei der noch verfügbaren Sitze im Inselrat (Stadtrat) zu erwerben, damit der Gegner nicht die Mehrheit der Sitze erwerben kann. Zahlreiche alte und neue Zierobjekte helfen euch dabei den Preis für die Sitze in die Höhe zu treiben.

Das Schloss

Kenner von Anno 1701 haben es bisher in 1404 vermisst – mit Venedig wieder im Programm: das Schloss im Baukastenprinzip. Obwohl es sich bei entsprechendem Bau der zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten mit jedem der drei Monumente messen kann, hat es allerdings nur die Funktion eines großen Zierobjektes – und treibt damit die Preise für die Sitze im Stadtrat in die Höhe.

Der Multiplayer-Modus

Ab sofort darf man seine Inselwelt nicht mehr nur mit der KI teilen – bis zu 8 Mitspieler können sich auf bis zu 4 Parteien aufteilen. Hierbei kommt auch der Koop-Modus zum Zuge, bei dem mehrere Spieler eine Partei spielen. Bei bisherigen Tests in unserem Verein hat es sich bewährt, wenn sich im Koop-Modus die einzelnen Mitspieler auf einen Bereich spezialisieren – z.B. bei uns mit drei Mitspielern: einer für die Orient-Siedlung, einer für die Okzident-Siedlung, und einer als Springer für Aufträge. Bei der Bebauung von Zulieferungs-Kolonien haben wir uns die Arbeit geteilt – bisher hat uns dieser Spielmodus viel Spaß bereitet. Der Koop-Modus bietet eine Ideale Möglichkeit um miteinander zu arbeiten und voneinander zu lernen.

Aber natürlich ist auch der klassische Jeder gegen Jeden für bis zu vier Parteien möglich. Warum nur vier ? Weil ansonsten selbst die größten Inselwelten zu eng sind.

Und sonst

Neben einigen neuen Errungenschaften, Aufträgen und Items zeigen die vorherigen Zeilen schon einiges von dem neuen Spielmaterial, welches Venedig zu bieten hat. Es gilt ja nicht umsonst als bisher umfangreichstes AddOn für Anno.

Wer bisher an Anno 1404 zumindest ein wenig Spaß hatte, erhält mit dem AddOn nochmals eine geballte Ladung Spielspaß dazu.

Ich mag es ja persönlich sowieso, wenn ein Spiel auch nach langer Spielzeit noch Überraschendes zu bieten hat. Dafür ist Anno 1404 mit und ohne AddOn ja genau das richtige Spiel – mit meiner Meinung nach hohem Langzeitspielspaß. Zum vergangenem Osterfest gab es sogar im Spiel eine passende Sondermission, bei der es galt sechs Ostereierkörbe in der Okzident-Siedlung zu finden (im Screenshot von mir eingekreist hervorgehoben) – ein Tipp von mir: das ging in einer kleinen Siedlung mit 80 Bauern einfacher, als in einer Großstadt mit 4.000 Einwohnern…

Zum Abschluss noch Impressionen aus der Anno-Welt.


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Steffen

Spielt bevorzugt Wirtschaftssimulationen und Aufbaustrategiespiele, ist aber ab und zu auch zur Abwechselung in anderen Spielrichtungen unterwegs - macht als jugendgeschädigter ehemaliger Rollenspieler allerdings heute einen großen Bogen um Rollenspiele am PC.

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